12.2.2015 – Donnerstag

Donnerstag, 12.2.2015

Dank Nicole konnte ich zum Frühstück mit einem deutschen Tischgebet aufwarten, fanden sie alle gut, habe ja noch ein paar zur Auswahl.
Nach 8h konnten wir aufbrechen, waren nach etwa 20 Minuten schon in Kibogtog.

Karte Foto Kibogtog
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Wir wurden wieder herzlich empfangen, Aufbau, dann Vorstellung vom German doctors Team unter grossem Applaus der Patienten.
Mein Health Center Haus war ganz idyllisch gelegen, Blick auf Berg, inmitten einer Wiese.
Alles war vorbereitet, es gab auch einen Wasserspender.

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Wieder ein Augenpatient, 41 Jahre, nach Geburt am rechten Auge operiert, ein Tumor wächst am Oberlid seitdem er 7 Jahre alt ist, da ist er auch blind. Beide Augen Konjunktivitis, li noch Pterygium. Er war mal beim Augenarzt, OP wurde empfohlen, aber er ging nicht, wohl kein Geld. Er zeigt an beiden Augen einen Nystagmus, ebenso Juckreiz.
Ich gab jetzt wieder Dexamethason Augentropfen für 6 Wochen, OP empfohlen, Tetracyclin Augensalbe bds., Vitamin A 200.000 IE.
Olaf, noch Idee?

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Augenpatient

Der Vormittag war dann doch sehr emotional :

ein kleines Baby, 3 Monate alt, mit schwerem Herzfehler, kongestive Herzkrankheit, reichlich medikamentöse Unterstützung. Sie wog nach 3 Monaten nur 3,8kg und hing an dr Brust ihrer nur 20 jährigen Mutter. Sie hatte kaum Kraft zum Trinken, leichte Lippenzyanose.
Ich bin einfach nur machtlos, ich kann ihr hier oben in den Bergen gar nicht helfen. Die Tränen der Mutter waren kaum zu ertragen, aber ich erklärte den jungen Eltern, dass die einzige Chance eine Einweisung ins 90 min. entfernte Valencia sei. Sie war schon mit Echo diagnostiziert worden. Die Mutter ist von der Ambulanz heute ins Krankenhaus gefahren worden, German doctors übernimmt die Transportkosten hin und zurück. Hoffentlich kann sie operiert werden, ich sehe sonst keine andere Chance.
Foto konnte ich verständlicherweise keines machen, das Leid war zu groß.

Desweiteren ein 16 jähriges Mädchen, spricht seit 3 Wochen nichts mehr, die Mutter berichtet von Problemen mit der Familie.
Das Mädchen schaut nach oben , versteht uns, abr spricht extrem leise. Wir schicken die Mutter nach draußen. Nach langem Fragen schreibt sie schließlich ein paar Wörter auf. Man ist erst versucht, einen Psychoseverdacht zu stellen oder Schizophrenie, nicht s3lten hier. Aber wir nehmen uns Zeit, auch, wenn wir wissen, die Wartereihe verlängert sich. Wir erfahren, dass sie unglaubliche Angst hat vor dem 40 jährigen Nachbarn. Der Verdacht liegt nahe, dass das Mädchen sexuell missbraucht wurde. Die Mutter wird nun informiert, dass wir sie gerne zur weiteren Diagnose und Therapie einweisen möchten, auch Valencia, die Mutter willigt ein und wird morgen nach Valencia gebracht. Dort muss sie dem Psychiater und eigentlich auch einer Gynäkologin vorgestellt werden. Traurig!!!

Eine 40 jährige Frau stellte sich mit Unterbauchschmerzen vor, seit 4 Monaten Amenorhoe, Schwangerschaftstest negativ. Keine Gewichtsabnahme. Einweisung morgen zum Gynäkologen im Krankenhaus, konnte ich nicht klären. Ovarialcyste? Tumor?

Als letzte Patientin eine 30 jährige Frau mit V.a. Appendizitis, Unterbauchschmerzen rechts seit 4 Tagen, wollte heute nicht ins Krankenhaus, geht morgen, Hinweis nur Wasser, Brühe, keine Schmerzmittel, bei Verschlechterung Transport sofort.
Als wir fuhren winkte sie uns noch fröhlich zu, kann also nicht so schlimm sein.

76 Patienten heute, Hilfe, es werden immer mehr!!!
Fertig etwa 15h, dann meeting mit dem barangay Assistenten, den Health workern. Wir saßen vorne alle, unsere area Koordinatorin Glen sagte ein paar einführende Worte, dann wurde gebetet. Ich sollte wieder die 10 häufigsten Erkrankungen nennen. Ich habe von den 4 Einweisungen berichtet, allen voran das Baby, denn der Barangay captain kann auch evtl. Geld beschaffen für eine OP, Transportkosten o.a. Hinweis auf die killer disease an sich: Pneumonie bei kleinen Kindern, meist mit einer common cold beginnend, aber durch rauchende Erwachsene und Rauch von der Feuerstelle verschlimmert.

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Als alle Fragen beantwortet waren, auch Dr. Heinz als Zahnarzt seine Hinweise zur dentalen Hygiene gab und welche Risiken damit verbunden sind, waren wir fertig.

Rückkehr nach Kadingilan, kurzer Spaziergang im Ort, Dusche im wellnesstempel s.o..
Ein köstliches Abendessen unserer 3 Damen mit Gemüse, fritiertem Fisch, fritiertes Gemüse als Bällchen, Schweinefleisch in Orangensauce, Reis und Nudeln mit Gemüse und Fleisch. Ananas zum Nachtisch.

Jetzt ist 20.30h, die anderen sind schon im Bett.
Gute Nacht!

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