28.2.2015 Samstag

2 Tage Berge, erst Baragbas, dann Übernachtung in Eureka, wo wir auch am Sonntag zur rolling clinic vorgesehen sind.
Die Fahrt nach Baragbas dauerte über 1h, landschaftlich sehr schön.
Der Ort auch ganz nett, sie haben sogar Zäune oft an den Häusern. Teils hängen sie zum Austrieb Kokosnüsse an eine Leine.

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Ein kleiner abgeteilter und mit Tüchern verhängter Raum war mein Sprechzimmer, eine Liege mit einem
Banig- philippinische Bettmatte aus Bambus war auch bereit gestellt.
Draussen hatten sie sogar 2 Mülleimer mit Mülltrennung, einer biologisch, ein anderer für nicht biologischen Müll.

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Allerdings war am Ende in beiden Eimern nur nicht biologischer Müll, wie auch, Obst wird ja vergleichsweise wenig gegessen. Viel junk food und Kinder essen viel zu viel und zu früh Süsses, daher die miserablen Zähne.

Ein kleiner Patient, 8 Jahre, wurde mir mit einem Penisproblem vorgestellt.
War nie beim Arzt deswegen, die Mutter dachte wohl, es verwächst sich.

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Der Urin läuft natürlich dauernd, einen Harnwegsinfekt hat er. Hypospadie ist meine Verdachtsdiagnose. Nächste Woche Einweisung, er muss erst mal diagnostiziert werden, in welchem Zustand die Nieren sind und die ableitenden Harnwege. Sonst sieht man dem Jungen nichts an. Kaum zu glauben, dass die Mutter 8 Jahre lang gewartet hat. Vielleicht lässt sich über Interplast etwas machen, das ist sicher eine knifflige OP.

Hier oben wohnen einige tribal Menschen, also einheimische Stämme. Es sind Higaonon. Manobos wohnen noch weiter entfernt. Sie sind zurZeit aufgrund des Wetters noch schlecht erreichbar. Sie wohnen noch tiefer in den Bergen. Aber 2 Higaononfrauen haben mich heute aufgesucht, fallen durch ihre schwarzen Zähne auf , die sie vom Bethelkauen haben und durch große Ohrlöcher in den Ohrläppchen, wo an Festtagen Ohrschmuck getragen wird.

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Heute habe ich die erste Zahnextraktion gemacht: Frontzahn, den die Patientin schon ordentlich luxiert hatte. Habe ihn mühelos manuell extrahiert. Die Patientin war glücklich! Und hatte eine weitere Lücke!

Punkt 16h waren wir fertig- 91 Patienten, hat auch gereicht.
Ich habe wirklich schnell gearbeitet, die anderen wollten schon früh eine Triage machen, das hatte ich aber erst mal zurückgestellt.

Nach einem heftigen Regenschauer Weiterfahrt nach Eureka, etwa 30 Minuten, den Berg hinauf, muss mindestens 1000-1500 m hoch sein.

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Wir sind in der barangay hall untergebracht, allerdings quasi kein Wasser.
Da habe ich dann doch mal gemeint, es wäre nett, wenn der Captain noch für uns für Wasser sorgt.
Den Tag schwitzt man sich schon was ab, da tut kühles Wasser gut. 2 Kanister für 4 Leute.

Ich bin noch zur Schule gelaufen, schönes Gelände.

Dann haben Tinidad und Nancy gekocht, Pancit canton, gebratenen Fisch, Reis, ich habe eine Guacamole gemacht. Das haben sie aber nicht probiert, die sind gar nicht mal neugierig auf anderes Essen.

Sparsame Dusche ohne Haarewaschen und alles verrammelt. Im oberen Stock auf dem Boden haben wir unsere Zelte aufgeschlagen.
Man hört Frösche, Grillen, toll!

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